CMD – Funktionsdiagnositk
Sicherung einer optimalen Gebissfunktion
Was ist eine Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion?
Wenn Ober- und Unterkiefer nicht in der idealen Position aufeinander treffen, kann dies Störungen und Schmerzzustände verursachen. Bei Kieferschluss gleitet der Unterkiefer, geführt durch die Höcker und Grübchen ihrer Zähne, dann automatisch in eine neue Position, um diese Fehlstellung auszugleichen. Dadurch wird ein Druck bzw. Zug auf umliegende Muskeln erzeugt, so dass diese in unnatürlicher Weise beansprucht und belastet werden. Man spricht von einer Cranio-Mandibulären-Dysfunktion (Cranium = Schädel, Mandibula = Unterkiefer, Dysfunktion = Fehlfunktion), einer Funktionsstörung im Kausystem, also im Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterkiefer. Unser Kausystem ist durch die Muskulatur und Nerven intensiv mit anderen Teilen des Stütz- und Bewegungsapparats verbunden. Alle Teile des Stütz- und Bewegungsapparats beeinflussen sich gegenseitig. So können Funktionsstörungen des Kausystems Beschwerden und Erkrankungen in anderen (auch entfernteren) Bereichen des Stütz- und Bewegungsapparats auslösen (z.B. Beckenschiefstand). Anders herum gilt dies ebenso: Störungen in anderen (auch entfernten) Teilen des Stütz- und Bewegungsapparats können über diese Verkettung Beschwerden und Erkrankungen des Kausystems bewirken. Aufgrund dieser komplexen Zusammenhänge ist für betroffene Patienten die Zusammenarbeit von Zahnärzten, Orthopäden sowie ggf. anderen Fachärzten, Physiotherapeuten und Osteopathen wichtig und notwendig.
Welche Symptome können auftreten?
• Häufige Kopfschmerzen/Migräne
• Schmerzen im Bereich der Gesichts- und/oder Kaumuskulatur
• Kiefergelenksprobleme (z.B. Knack-/Knirschgeräusche, Schmerzen, Druckgefühl)
• Übermäßiges Knirschen und Pressen mit den Zähnen
• Schliffflächen auf den Zähnen und stark abgenutzte Kauflächen
• Ohrgeräusche (Tinnitus) und/oder Schwindel
• Schulter- und/oder Nackenschmerzen
• Rückenschmerzen
• Hüft-/Knieschmerzen
• Sehstörungen
Ursachen
Im Optimalzustand treffen die oberen und unteren Zähne völlig gleichmäßige aufeinander, die Kiefergelenke befinden sich beidseitig im Zentrum der Gelenkpfanne und die Kaumuskulatur befindet sich in einem Gleichgewicht (kein Muskel ist übermäßig belastet).
Tritt bei einer Komponente dieses Systems eine Störung auf kann es aus oben genannten Gründen zu zahlreichen Beschwerden kommen. So ist zum Beispiel bei 30 Prozent der Tinnitus-Patienten eine Rückverlagerung des Unterkiefers die alleinige Ursache der Beschwerden. Außerdem führt ein starker Rückbiss zu einer veränderten Position der Halswirbelsäule. Ist das Kopfgelenk blockiert, kann dies wiederum einen Beckenschiefstand mit Beinlängendifferenz verursachen. Auch Ischias- und Kniebeschwerden werden häufig durch Funktionsstörungen des Kausystems ausgelöst.
Die Verarbeitung von Stress kann ebenfalls eine Rolle spielen, da chronischer psychischer Stress die Aktivität der Kaumuskulatur erhöht. Dies führt vor allem nachts, wenn das Bewusstsein ausgeschaltet ist, zu Zähneknirschen und -pressen.
Bei einem Fehlbiss werden die Zähne nicht mehr achsengerecht belastet was in einer ungleichmäßig verteilten Kaukraft resultiert. Ursache für einen Fehlbiss können Zahnfehlstellungen, fehlende Zähne, unzureichend angepasste Kronen und Brücken und nicht korrekt modellierte Füllungen sein.
Diagnostik und Therapie:
Die Diagnostik einer Cranio-Mandibulären-Dysfunktion erfolgt hinsichtlich der engen Verknüpfung mit weiteren Körperregionen und Organen nicht allein durch den Zahnarzt, sondern auch durch den osteopathisch qualifizierten Orthopäden und ggf. weitere Fachärzte.
Im Rahmen einer klinschen Funktionsdiagnostik werden die Ursachen für sämtliche Fehlfunktionen und Fehlstellungen an Kiefer, Zähnen sowie dem Stütz- und Bewegungsapparat einschließlich der Beine und Füße erfaßt. Röntgenaufnahmen, eine Modellanalyse Ihrer Zähne im Kausimulator (Artikulator) und eine Wirbelsäulenvermessung helfen bei der Beurteilung von kausalen Zusammenhängen (sog. „auf- oder absteigende Verkettung“) und Therapieergebnissen.
Besondere Beachtung gilt der Funktion der Kiefergelenke.
Sind negative Einflüsse durch eine gestörte Körperstatik und –haltung sowie muskuläre Dysbalancen aus orthopädischer Sicht weitestgehend reduziert, kann die Kieferlage ggf. durch korrigierend positionierende Aufbissschienen feinjustiert werden. Es kann notwendig sein, Korrekturen an Ihrem vorhandenen Zahnersatz vorzunehmen bzw. neuen Zahnersatz anzufertigen oder den Biss durch aufbauende bzw. reduzierende Maßnahmen an Ihren Zähnen zu stabilisieren um eine patientenindividuelle, optimierte Kieferfunktion (wieder)herzustellen.
